Erläuterungsbericht zur Kostenberechnung
Von Walter Holder, Freier Architekt

1. Grundlagen

1.1 Bauaufnahme und Entwurf v. 24.11.2003

1.2 Voruntersuchungen

Untersuchung der Raumschale auf historische Farbigkeit (Dipl. Restaurator Wiek)
Untersuchung des Gestühls auf Holzschädlingsbefall (Holzrestaurator Reiff)

2. Beratungsgespräche mit den Fachbehörden

Frau Grup, Bauberatung d. Oberkirchenrates, am 30.07.03
Frau Baum v. Landesdenkmalamt u. Herr Frank, untere Denkmalschutzbehörde, am 31.07.03

3. Baudaten

Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1865, seither fanden nachweislich 3 Innenrenovierungen statt, und zwar um 1900, 1934 und 1960.

3. Erläuterung des Sanierungskonzepts

Beschreibung des Ist-Zustandes und geplante Erneuerungsmaßnahmen.

a) Wände:

Dispersionsfarbe auf Leimfarbschichten, vergraut.
Im der unteren Wandzone im Chor und Nordostecke Schiff ist der Putz salpeterhaltig.
Entfernen des salpeterhaltigen Putzes und aufbringen eines Sanierputzes.
Reinigen der übrigen Wandflächen und Neufassung der Wände nach einem auf Grund des restauratorischen Befundes angestrebten Farbkonzepts.

b) Bodenbeläge:

Gänge, Steinzeugfliesen, Boden um den Taufstein, Solenhofer Naturstein, geschliffen, der Belag ist stark versalzen (Salpeter), Chor, Solenhofer Naturstein, bruchrauh.
Der Fliesenbelag in den Gängen und der Steinbelag um den Taufstein ist sehr glatt, es bildet sich sehr schnell Kondenswasser auf dem Fußboden, der Belag wird rutschig.
Erneuerung aller Steinbeläge in einem einheitlichen Material mit Wärmedämmung.

c) Altarstufen:

Der Abstand vom Altar zu den Stufen ist zu knapp, die Stufen haben ein ungünstiges Steigungsverhältnis.
Erweiterung des Altarvorplatzes, Erneuerung der Stufenanlage nach Entwurf.

d) Gestühl:

Stammt noch aus der Bauzeit, das Gestühl im Schiff ist sehr stark verwurmt.
Umbau und Instandsetzung des Gestühls unter Verwendung der alten Doggen nach Behandlung in der Wärmekammer.
Ersetzen des vorderen Gestühls zwischen den Seiteneingängen u. Chor durch eine bewegliche Bestuhlung, um den liturgischen Bedürfnissen besser gerecht werden zu können.

e) Altar mit Kruzifix:

Der Altar aus Sandstein gehört zur Erstausstattung, das Kruzifix stammt noch aus der Vorgängerkirche und wurde zu früherer Zeit bereits restauriert.
Nach einer steinmetzmäßigen Überarbeitung und Erneuerung des Bodenbelags wird der Altar in Verbindung mit dem Kruzifix um etwa 30 cm zurückversetzt wieder aufgebaut.

f) Taufstein:

Sandstein, Erstausstattung, steht bis jetzt auf der Mittelachse zwischen den Altarstufen.
Der bestehende Taufstein soll aus liturgischen Gründen aus der Mitte herausgenommen werden und im nordöstlichen Kirchenschiff anstelle des wegfallenden Längsgestühls einen festen Platz bekommen.

g) Elektroheizung:

Die unter dem Fußbrett montierte Rohrheizung entspricht nicht mehr den Sicherheitsstandards, außerdem ist die Steuerung dringend erneuerungsbedürftig.
Erneuerung der gesamten Heizungsanlage, Einbau einer Fußbodenheizung unter Fliesenboden im Chorbereich und im vorderen Bereich des Schiffs.

h) Elektroinstallation:

Die Installation ist veraltet und entspricht nicht mehr den VDE-Vorschriften. Die Beleuchtung ist unbefriedigend.
Erneuerung der Elektroinstallation und der Beleuchtung.

i) Eingänge:

Die Nebeneingangstüren sind ohne Blockrahmen am Steingewände angeschlagen und folglich nicht dicht. Die Windfänge stellen gegen Zugerscheinungen bis jetzt keine befriedigende Lösung dar.
Abdichten der Seiteneingänge am Anschlagfalz, Verbessern der Funktion der Windfänge.

k) Emporeuntersicht:

Die Abstufung der Empore einschl. der aufgeständerten Tragkonstruktion ist von unten sichtbar, was den Raum unter der Empore schwer u. dunkel macht.
Einziehen einer Zwischendecke, weiß, verputzt mit eingebauten Deckenleuchten.

l) Decke:

Die Farbfassung vom 1935 wirkt schwer und macht den Innenraum dunkel.
Durch eine veränderte Farbgebung soll erreicht werden, dass der Raum einladend und hell wird. Geplante Maßnahmen: Neufassung der Holzdecke nach Ansetzen von Farbmustern auf Grund des historischen Befundes in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt, anpassen der Innenausstattung sowie aller übrigen Holzkonstruktionen.

m) Sonstiges:

Der Schornstein hat sich von der Aussenwand gelöst, er wird nicht mehr benutzt. Oberhalb der Dachebene wurde er bereits bei der Aussenrenovierung abgetragen.
Der Schornstein wird auch im Innenraum entfernt, der Deckenspiegel wird im Bereich der Deckenaussparung wieder ergänzt.

Aufgestellt, St. Johann 8.12.03

Holder