|
Kosten
Die damaligen Kosten des Kirchenbaues beliefen sich insgesamt auf 20.000 Gulden, woran Gutenberg 11/15, Krebsstein 1/15, und Schlattstall 3/15 zu tragen hatten. Hinzu kam noch die neue Uhr mit drei Uhrtafeln zu 500 bis 600 Gulden, welche Gutenberg mit Krebsstein zu bezahlen hatte.
Renovierungsmaßnahmen
22 Jahre nach dem Kirchenbau - im Jahre 1888 - wurde durch die letztwillige Verfügung eines verstorbenen Gemeindegliedes, des Hofbauern Feucht aus Krebsstein, die Kirche mit einer „Heizung“ versehen (1 Holzofen). Der zweite Holzofen wurde später eingebaut. Man stelle sich vor, was für Mühe und Arbeit die damaligen Mesnerinnen oder Mesner hatten! Das von der Gemeinde gelieferte Brennholz musste gesägt und gespalten werden. Dann wurde dasselbe von den Schulkindern die steile Wendeltreppe auf den Kirchturm hinaufgetragen und im Raum unter der Glockenstube aufgestapelt. Holz und Kohlen, die zum baldigen Verbrauch bestimmt waren, lagerten im Kirchenraum rechts und links unter den beiden Treppenaufgängen zur Empore. Die Mesnerin oder der Messner mussten im Winter Stunden vor dem Gottesdienst Feuer machen, um das Gebäude einigermaßen warm zu bekommen. Auch war die Brandgefahr in der Kirche nicht unbedenklich.
Unter der Leitung von Architekt Professor Seytter, Stuttgart erfuhr die Kirche 1934 im Inneren eine gründliche Erneuerung, d.h. Decke, Bestuhlung, Kanzel, Orgel und Chor bekamen einen neuen Anstrich.
 |

Ein Schmuckstück für die Kirche: das im sel-ben Jahr eingebaute Chorfenster. In der Glasmalerwerkstätte Jahn & Gaißer, Stuttgart wurde dasselbe nach dem Entwurf von Kunst-maler Kohler, Stuttgart gefertigt. Es stellt die Geburt und Taufe Jesu, die Versuchung sowie das Gespräch Jesu mit der Sama-riterin dar. Ebenso ist die Weihnachts-geschichte und neben Engeln der Weltenrichter abgebildet.
|
Die letzte große Renovierung der Kirche fand in den Jahren 1958-1960 statt.
Im Dezember 1958 erfolgte der Einbau einer elektrischen Heizung. Dazu wurde in der Gemeinde gesammelt und als Anregung und Ansporn zum Spenden veröffentlichte der damalige Ortspfarrer Werner Lutz folgendes Gedicht:
Hört ihr Leute, laßt Euch sagen,
Was ich Euch hab vorzutragen!
Was schon lange mich bewegt,
Sei Euch heute vorgelegt:
Ich empfind zum Heulen Reizung,
Denk ich an die Kirchenheizung.
Daß sie leider schlecht imstand,
Ist Euch allen längst bekannt,
Denn ein Ofen ging kaputt,
Taugt nur noch für Schrott und Schutt.
Und so kam's zu dem Beschluß
Des Gemeinderats: Es muß
Eine neue Heizung her!
Ach, wenn nur der Preis nicht wär’ !
Er beträgt - vernehmt es grausend! -
Mild geschätzt etwa Achttausend.
Doch bedenk: an andern Stellen
Baut man Kirchen und Kapellen!
Da sollt es auch uns gelingen,
Daß wir's Geld zusammenbringen
Für dies kleinere Projekt,
Nach dem neuesten Prospekt
Ganz elektrisch und modern,
Wie man's hat heut nah und fern.
Kurz gesagt: Was uns jetzt fehlt,
Wär nur noch besagtes Geld.
Diesen Brief ich dazu sende,
Daß er wirbt um Eure Spende.
|
Und dann kommt in ein paar Tagen
Jemand zu Euch, um zu fragen
Freundlich und zugleich doch keck,
Was Ihr gebt für diesen Zweck.
Laß es Dir dann nicht nachsagen,
Daß der Geiz Dich hat am Kragen,
Sondern gib Dir einen Stoß,
Daß nicht kärglich sondern groß
Ausfällt Deine Heizungsspende,
Die Du legst in Sammlers Hände! -
Danach wollen wir beginnen,
Es soll nicht viel Zeit verrinnen.
Denn Du weißt es selbst, mein Lieber,
Sommer, Herbst sind schnell vorüber
Und dann wird es wieder kalt ...
Dann brauchst Du den Aufenthalt
in der Kirche nicht zu scheuen,
Vielmehr wirst Du Dich dann freuen,
Wenn Du feststellst: Jeder hat's
Jetzt schön warm an seinem Platz,
Und kein Eisbein darf mehr stören
Mich fortan beim Predigthören.
So das wär es, liebe Leute,
Damit sei’s genug für heute!
Und nun spendet ohne Spreizung,
Spendet für die Kirchenheizung!
|
Der Zugang zur Kanzel wurde von der Sakristei ins Kirchenschiff verlegt, die Kanzeltreppe neu erstellt. Die Beleuchtung wurde verbessert und der Boden um den Taufstein - dank einer Stiftung des Kirchengemeinderats - mit einem neuen Plattenbelag versehen.

|
|