Kruzifix

Als ein Kleinod der Kirche darf der barocke Altarkruzifixus angesehen werden. Die ca. 250 Jahre alte Schnitzarbeit wurde 1960 von fachkundiger Hand restauriert und nahm 1961 seinen Platz hinter dem Altar in neuer Schönheit wieder ein. Restaurator Friedrich Spitz aus Weilheim/Teck, der die Restaurierung im Auftrag des Landesamts für Denkmalspflege vornahm, hat darüber einen Bericht verfasst. Einiges allgemein Interessante sei daraus zitiert:

Zustand: Die Figur wurde bei der letzten Renovierung dick mit Bleiweis übermalt. Nach der Entfernung der Übermalung fanden sich kleine Reste einer rosa Fassung, Blutspuren, sowie am Lendentuch wenig Goldspuren. Am Kopf befanden sich Löcher für Strahlen, welche nicht mehr vorhanden waren. Die Löcher waren mit Ölkitt zugekittet. Von der Schrifttafel war der obere Teil bei der letzten Renovierung abgesägt, das Kreuz erneuert worden. Durch das Lendentuch wurde ein großes Loch gebohrt und eine große, dicke Eisenschraube angebracht zum Festschrauben an das erneuerte Kreuz. Das dabei entstandene große Loch im Lendentuch wurde damals mit Ölkitt zugekittet. Auch stellte sich heraus, saß die Figur sehr stark mit Holzwurm befallen war. An der linken Hand fehlten drei Finger, an der rechten Hand ein Glied des Zeigefingers.

Die Arme waren am Kreuz mit Eisenschrauben befestigt und darüber Holzplättchen aufgenagelt. Die alte Krone war aus Zweigen geflochten und auch stark beschädigt.

Restaurierungsvorgang

Nach der Freilegung bohrte ich an der Rückseite der Figur und am Kopf über hundert Löcher. Anschließend tränkte ich die Figur mit Hylamon. Danach wurden die Bohrlöcher mit Holzmehl und Leim wieder gut verschlossen. Die Wurmlöcher kittete ich mit Kreidegrund zu, die größeren Löcher und Fehlstellen mit Lindenholz und Leim. Die beiden Arme hatte ich herausgenommen und neu befestigt, die fehlenden Finger ergänzt und nachgeschnitten. Auch ergänzte ich die verschiedenen Fehlstellen am Lendentuch und den fehlenden Teil an der Schrifttafel mit Holz und schnitt sie nach. Die Holznägel für Hände und Füße sowie die Strahlen schnitt ich neu.

Fassung: Da von der alten Fassung nur noch kleine Spuren vorhanden waren, der Verlauf der Blutspuren jedoch auf dem alten Kreidegrund gut sichtbar war, mußte ich die Figur neu fassen, jedoch unter Rücksichtnahme auf die alten Farb- und Blutspuren. Das Lendentuch wurde neu vergoldet sowie die neuen Strahlen. Anschließend wurde die farbige Fassung mit Bienenwachs gewachst und geglättet. Das Holz am Kreuz brannte ich ab zwecks Sichtbarmachung der Maserung und glättete es mit Bienenwachs. Die Dornenkrone fertigte ich neu aus Zweigen (Schleien).“

So weit der Bericht des Restaurators. Erst durch diese Restaurierung des Kruzifixus ist herausgekommen, was für ein Kleinod diese Kirche hat. „Man möchte wohl Näheres über Künstler und Entstehungszeit wissen. Fachleute könnten wohl darüber Aufschluss geben. Es ist aber bis heute noch nicht gelungen, darüber einen Fachmann zu hören“ schreibt Pfarrer Lutz in der Ortsbeilage des Evangelischen Gemeindeblattes für Württemberg. (Ausgabe März 1961/Febr. 1962)

Orgel

In die neue Kirche wurde die 1851 erbaute Orgel von Gruol & Goll aus Bissingen aus der alten Kirche übernommen. Viele Jahre hat die Orgel den Gottesdiensten, Feiern und Festen mit ihrem Klang den musikalischen Rahmen gegeben. In ihren ersten Jahren stand sie im Chor des alten Kirchleins. Als dieses dann 1865 durch die heutige Kirche ersetzt wurde, bekam sie ihren Platz auf der Empore. Die Zeit ging nicht spurlos an der Orgel vorüber, so dass diese im Jahre 1910 einer gründlichen Erneuerung unterzogen werden musste. 1948 bekam die Orgel einen Elektromotor. Bis dahin mussten die Schulbuben von Gutenberg die „Orgel treten“. Dabei konnte es durchaus passieren, dass ein Gurt vom Tretbrett riss und die Orgel nur mit halber Kraft Luft bekam. Diese „astmathischen“ Anfälle waren für Organisten und Balgtreter äußerst peinlich.

Ein Orgelneubau stand im Jahre 1953 an, der durch die Orgelbaufirma Gebrüder Link aus Giengen a. d. Brenz durchgeführt wurde. Das Mittelteilgehäuse (Prospekt) der Orgel ist noch original, die beidseitigen Gitterteile wurden neu erstellt, auch wurde die Orgel erweitert zu zwei Manualen. Am 28. März 1954 wurde die neue Orgel in einem Festgottesdienst und einer Abendmusik eingeweiht. Die letzte große Orgelgeneralüberholung mit Erweiterung war 1985, ebenfalls getätigt durch die Firma der Gebrüder Link. Sie fand ihren Abschluss ebenfalls mit einem Orgelkonzert am 30. Juni 1985.

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